Eine Stadt und ihr Hafen

"Ville-Port", die Stadt wendet sich dem Hafen wieder zu

Noch jahrzehntelang nach dem Krieg schmerzte in der Stadt, deren Wiederaufbau dem Hafen den Rücken zuwandte, die Narbe, die dieser 300 Meter lange Bunker zwischen der Stadt und dem Hafen aufgerissen hatte. Ende des 20. Jahrhunderts jedoch rief die Stadtverwaltung ein bedeutendes Städtebauprojekt unter dem Namen “Ville-Port” (“die Stadt – der Hafen”) ins Leben. Nach den Plänen des katalanischen Architekten Manuel de Sola wurde der U-Bootbunker Bestandteil der Stadt, und Saint-Nazaire besann sich wieder auf seine maritime Identität.

Der ehemalige Schandfleck der Stadt ist nun eine erstrangige Attraktion: die U-Bootbasis ist das Herzstück des neuen Touristikangebotes mit Escal’Atlantic, dem einmaligen Erlebnismuseum über Ozeandampfer, das im April 2000 eröffnet wurde. Seitdem wurden im Bunker noch andere Orte für kulturelle Veranstaltungen geschaffen; ringsherum entstanden ein Supermarkt, ein Kino, Hunderte von Wohnungen, das Einkaufszentrum “Ruban Bleu” (“Blaues Band”) und ein Dreisternehotel (Holiday Inn Express). Das neue Theater der Stadt wurde 2012 innerhalb des ehemaligen Bahnhofes  aus den 1860er Jahren eröffnet.